Landhaus Träume

in BUCHTIPPS / Buchtipps Vintage & Antikes / Interior & Licht / Shabby chic contemporary
Bill Laws, BLV Verlag, 144 Seiten, Format 28,5 x 24,5 cm/ HC

Bill Laws ist gelernter Garten- und Landschaftsarchitekt und damit wohl einer der besten Fürsprecher, den die einfachen Landhäuser für sich gewinnen konnten. Von den sich in die Landschaft Cornwalls schmiegenden Cottages, über die finnischen Holzhäuser oder die riedgedeckten Katen auf den Hebriden und anderswo – Ziel seiner Suche waren immer die landestypischen, aus einheimischen Materialien und von örtlichen Handwerkern erbauten Häuser auf dem Land. Dieser Typ Landhaus, der sich in die Landschaft einfügt, mit ihr verwachsen zu sein scheint, ohne dabei farblos oder unauffällig zu wirken.

Mit ‘Landhaus-Träume‘ lernen wir Rückschlüsse zu ziehen auf das ursprüngliche Alter, auf spätere Renovierungen, auf die Herkunft und Bearbeitungsmöglichkeiten von Materialien. Die weichen Hölzer Osteuropas beispielsweise lassen sich leicht schneiden, die Häuser danken dies durch kunstvoll geschnitzte Fassaden. Große Fenster in einem offenen Dachstuhl (und in der passenden Gegend) weisen auf die frühere Nutzung des Raumes hin, als in diesem die Webstühle einer Weber-Familie untergebracht waren. Diese und andere historischen Fakten sind den Fotos quasi beigelegt, vor allzu viel belehrendem Text braucht sich dabei niemand zu fürchten. Vom Eingangsbereich durch das Gartentor zu den Fensterrahmen wandert der Blick des Lesers, verweilt auf den Fensterläden, der angebauten Veranda und Eingangstür. Detailgenau lenkt Laws den Blick auf die Kleinigkeiten, die in ihrer Summe den Charakter dieser ‘Landhaus-Träume‘ ausmachen.

Das zweite Kapitel zielt auf das ‚Herz des Hauses‘ und meint die Küche und ihr Umfeld. Ohne traditionellem Rollenverhalten entsprechen zu wollen: dieses Kapitel offenbart Schwächen, es war augenscheinlich nicht ’sein Revier‘. Die Foto- und Objektauswahl, sowie die verwendeten Bildausschnitte sind z.T. einfach schlecht gewählt und im besten Fall als ‚typical British‘ überladen anzusehen. Der Text dazu wirkt verkrampft, da kam jemand nicht damit klar, die modernen Anforderungen und technischen Möglichkeiten in die historischen Häuser einziehen zu lassen.

Zum Glück ist dieses Kapitel nicht allzu lang und wird von den ‚Wohnräumen‘ des dritten Kapitels abgelöst. Dem folgen die Schlafräume, der Cottagegarten und ‚Die Ernte auf dem Land‘. Bill Laws beweist wieder Sachverstand, findet die richtigen Worte zu den richtigen Bildern, erzählt interessant und spannend. Das abschließende Foto ist gackernden Hühnern, schnatternden Gänsen und einem letzten Blick auf einen kleinen, im vertikalen Fachwerkstil erbauten, uralten Bauernhof gewidmet. Wehmut stellt sich ein, wie nach einem besonders schönen Urlaub kurz vor beginnender Heimreise. Glücklicherweise aber können wir hier sofort wieder ans Ziel unserer Landhaus-Träume gelangen und blättern zurück.

| spk, 089VERLAG

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