Kultobjekt Fahrradkorb – Fahrräder in München unterwegs

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Die wohl schönste Klingel der Welt…

Pimp your bike… | Das Fahrrad als Ausdruck von Individualität und Persönlichkeit sowie modernes Statussymbol unterschiedlichster gesellschaftlicher Gruppen. Vorbei die Zeiten, als Luxuskarossen oder individualisierte 2 CVs über Zugehörigkeit und gesellschaftliche Stellung Auskunft gaben. Vor allem urbane Youngsters träumen nicht mehr von deutschen Sternen und Ringen, sondern eher von coolen Bikes, sei es aus wirtschaftlichen, ökologischen und oft ganz praktischen Überlegungen heraus.

Der Trend reicht von schlichten Alltagsvelos, über elegante Retrogazellen, sportliche Mountains, echte Antiquitäten bis hin zum maßgeschneiderten Luxusbike. Während sich beim Auto das Customizing in Spoiler, Lack und Sitzbezug meist erschöpft, bietet der geliebte Drahtesel ungeahnte Möglichkeiten des persönlichen Ausdrucks. Neben Lackierung & Marke sind es vor allem noble und selbstgebastelte Accessoires, die dem ‚Urban Bike‘ einen persönlichen Stempel aufdrücken.

Noble Kiste in Haidhausen
DIY-Fan unterwegs… Satin ziert, Spanngurte halten…

Recycle Artists mit Hang zum Nostalgischen verschönern eine raue Transport-Obstkiste mit Satinbändchen, eine Befestigungsart die meist auf die Damen im Weltenraum der Biker schließen lässt, ebenso mäandernde Blüten um Korb und Lenker. Gourmets, Köche und Gärtner fahren schon mal den eigenen Kräutergarten spazieren und Scherzkekse transportieren ihr Hasilein auf Kunstrasen durch die bayerische Metropole.  Fahrradkörbe, einst nur schnödes Transportbehältnis, kommen mittlerweile in unzähligen Formen vor, wobei der Trend eindeutig zum XXL-Format zu gehen scheint.

XXl-Korb auf belastbarem Lasten-Träger

Customized Bikes können wir nicht widerstehen wie man hier oben in der Bildergalerie sieht…

Der weltgewandte Bohemien montiert aufs moderne Gefährt gerne einen Korb im Shabby-Style, effizienzorientierte Kerls punkten mit schnöden Plastikwannen und lassen somit ihr Weltbild erkennen. Weinkisten, Cola und Bierträger neben Picknickkörben und Begrüntem – eine wunderbare Vielfalt dient zum Transport von Hund, Kegel & Co. Die Kreativität der Biker beschränkt sich dabei keineswegs nur auf Transportbehältnisse. Selbst den klimatischen Widrigkeiten wird nicht nur mit Pragmatismus, sondern durchaus mit Stil getrotzt. Gegen bajuwarischen Landregen helfen schlichte Plastiktüten am Sattel ebenso wie die z.B. bei Kokolores in Haidhausen erhältlichen bunten Vintage-Sattelüberzüge. Störende Fußgänger werden von geräuschvollen Kleinskulpturen aus dem Weg geklingelt. Schüchterne Gemüter, Künstler und radelnde Müßiggänger begnügen sich mit Placebos wie oben abgebildet…

Ein Obsttütchen als Regenschutz, in diesem Fall absolut passend zum pittoresken Rad
Zweites Leben für ausrangierten Picknick-Koffer
Da wollte jemand den miesen Sommer mit strahlendem Weiß locken…
Einsendung der DG online-Leserin Katrin Rogge, die neben einem perfekten Lastenträger auch etwas Farbe mit ins Spiel bringt…

Daneben touren auf noblen Ledersätteln, in Bike-Tweeds und eleganten Lederkörben smarte Herrn und elegante Damen durch die Stadt, Geschäftleute wie die Macher von Milk Münchenoder Tintorella bewerben gerne die eigene Marke. Wer nicht selbst am Radl basteln möchte: Edelmarken außerhalb des Olymp klassischer Fahrradmarken, haben längst das Potenzial entdeckt: Fahrräder werden gegen entsprechendes Entgeld samt Accessoires auf den Leib geschneidert. Beseelt radeln am Ende alle durch die Stadt…

| Antje Lehner, www.lilliundkarl.de

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