Im Tempel des Ich – Künstlerhäuser im Museum Villa Stuck

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Ausstellungen,  Künstler, Museen, München | Vorab unsere Empfehlung: die 9 Euro Eintritt sparen und gleich in das wirklich schöne Buch investieren… Ein wundervolles Thema wurde hier in unseren Augen verschenkt. Für Künstler war das Atelier und/oder Wohn-Arbeitshaus schon immer auch ein Kokon, der mit der eigenen künstlerischen Handschrift versehen wurde: Ein Gesamtkunstwerk, das oftmals Architektur, Raumkunst, Malerei und Skulptur verband. Franz von Stuck und sein Atelier in der Villa Stuck gehen dafür als bestes Beispiel durch. Der 150. Geburtstag Franz von Stucks war Anlass sich auch in anderen Künstlerhäusern umzuschauen die vom jeweiligen Künstler als Gesamtkunstwerk ihres Schaffens gesehen wurden…

Das Thema an sich wäre ausgesprochen vielversprechend, Kuratorin Margot Th. Brandhuber hat sich der gestellten Aufgabe auch mit viel Fleiß und Mühe gewidmet. In alter Manier wurde eifrig gesammelt, gehängt, durch das eine oder andere dreidimensionale Objekt ergänzt und jedes Künstlerhaus mit mindestens einer großformatigen Bildansicht vorgestellt. Buchstäblicher Gipfel der Ausstellungsgestaltung sind die in geometrischen Formen gehaltenen Architekturelemente über den Eingangsbereichen in das ‘jeweilige Künstlerhaus’, sprich durch Ausstellungswände steril abgeteilte Künstler-Kammern (im untersten Foto als halbrunder Aufsatz zu sehen). An Intensität gewinnt die Ausstellung nur im ersten Stock wo die Ausstellungsmacher auf die vorhandene Innenraumgestaltung aufbauen konnten und beispielsweise Max Ernst gekonnt präsentiert wird. Vielleicht wäre schon mit Kleinigkeiten wie spannungsreichen Wandfarben, geschickter Beleuchtung mehr zu erreichen gewesen – ein wirklich gutes Ausstellungsteam hätte aus diesem Thema ein sinnliches Erlebnis gemacht wie es ansatzweise im Obergeschoss zu spüren ist. Versöhnlich stimmt an dieser Ausstellung nur ein Gang durch die den Münchnern bleibenden Atelierräume von Stucks – immer wieder ein beeindruckender Moment in dem Kunst-Geschichte lebendig wird. Fazit: was auf dem Papier in Buchform wirkt, muss nicht zwangsläufig auch für die Wand spannend sein. Ohne Genaueres über die Austellungsgestalter zu wissen: vielleicht hätte man die Aufgabe nicht einem Grafiker anvertrauen sollen… ; )

Die Ausstellung »Im Tempel des Ich. Das Künstlerhaus als Gesamtkunstwerk« läuft noch bis zum 2. März in der Villa Stuck, Prinzregentenstr. 60, München-Bogenhausen.

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