Gelebte Tradition

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Christiane De Nicolay-Mazery, Verlag Gerstenberg, 192 Seiten, Format 32cm x 25cm /HC

Familiensitze in Frankreich. Häuser die Namen tragen wie Aramis, Melusine, La Commanderie oder Galleville. Räume, die Geschichte atmen. Familien, die sich der Tradition verpflichtet fühlen – gemeinsam sind sie ein unschlagbares Ensemble, vereint in einem wunderbaren Bildband mit überwiegend großformatigen Fotos.

Edle Tapisserien an den Wänden der alten Familiensitze
Ahnengalerien gehören selbstverständlich zur Ausstattung gelebter Tradition

‚Gelebte Tradition’ gewährt Blicke auf wertvolle Tapisserien, erlesene Kristallgläser, arrangiert vor altersblinden Spiegeln,den prachtvollen Glanz imposanter Lüster oder die Sammlung zierlicher Sonnenschirme einer früheren Bewohnerin. Es zeigt  Entrees mit zierlichen Empfangsmöbeln oder einen mit üppigen Ruhebetten im türkischen Stil neu gestalteten Salon. Artefakte voller Poesie und traditionsbehaftetes Mobiliar verschmelzen zu lebendigen Interiors. Die Portraits einer Ahnengalerie, aufgeschlagene Fotoalben und Überseekoffer auf dem Speicher halten die Erinnerungen an die ursprünglichen Eigentümer wach.

Räume die, ganz traditionell, nur dem Studium von Büchern gewidmet sind

Für die Ankunft im Jetzt sorgt beispielsweise der lässig hingeworfene Granfoulard auf einem üppig gedeckten Esstisch mit weiß-grau gefassten Directoire-Stühlen. Szenerien wie diese machen dem Leser von ‚Gelebte Tradition‘ bewusst, dass er sich nicht in einem gut konzipierten Museum befindet, sondern im jeweiligen Zuhause von ganz und gar nicht antiquierten Familien. Dem angepasst hat sich der Stil der Fotos. Nicht alles ist hyperperfekt in Szene gesetzt, manche der Fotos offenbaren charmante  Einstellungen wie die auf das verwitterte, nicht mehr genutzte Gewächshaus, auf verstaubte Dachböden und einen in Restaurierung befindlichen Salon mitsamt Handwerker-Leiter.

Kleine dekorative Details hinter ehrwürdigen Mauern
Gelebte Tradition mit Fotos von Bernard Touillon

Als Zugabe de luxe entpuppen sich die zwischengestreuten Kapitel über ‚Die Familie Le Manach und die Pracht der Seide’, der Bericht über die antiken Tapeten aus der Sammlung Mauny und die abschließende Bildgeschichte über Speicher und Dachböden ‚Ein Reich für Träume’. Auch dabei kommt die erfreuliche Lässigkeit dieses Buches zum Tragen: die Autoren haben sich nichts aus den Fingern gesogen und unbedingt zu jedem der Anwesen eine historisch bewanderte Zusatzgeschichte gestrickt um dem Kapitelaufbau zu entsprechen. Das Dessert gibt`s nur dort, wo der Bezug vorhanden ist.

| spk, 089Verlag

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