Flämische Malerei des Barock

in BUCHTIPPS / Buchtipps Vintage & Antikes
Konrad Renger Mit Claudia Denk, Verlag Pinakothek Dumont, 520 Seiten, Format 29,5 Cm X 23,5 Cm /Hc

Das ‚who is who’ der großen Meister. Jan Brueghel d.Ä., Rubens, Anthonis van Dyck, David Teniers, Hendrik van Balen, Adriaen Brouwer – alle bedeutenden Maler des frühen 17. Jahrhunderts aus den Beständen der Münchner Flamensammlung geben sich auf diesen Seiten ein Stelldichein. Das Buch ist zugleich die erste wissenschaftliche Katalogisierung des in der Alten Pinakothek ausgestellten Bestandes von ca. 170 Gemälden. Über die Ausstellung hinaus umfasst der Gesamtbestand der Bayerische Staatsgemäldesammlungen ca. 1200 Werke der Flämischen Malschule. Damit gehört die Gemäldesammlung flämischer Alter Meister in der Pinakothek zu den umfangreichsten überhaupt.

Autor Konrad Renger ist zugleich zuständiger Konservator der Alten Pinakothek – zwanzig Jahre Arbeit sind dementsprechend in diese Dokumentation geflossen. Das Werk ist damit gleichsam die Summe seiner Leidenschaft für die Flamen und die Gemälde dieser Zeit. An seiner Arbeit lässt er den Leser mit diesem umfangreichen Bildband voller Farbtafeln, seitengroßer Detailaufnahmen, erläuternder Skizzen und Röntgenbilder teilhaben. Die Ergebnisse der Röntgenaufnahmen und Infrarotbilder geben zum Teil völlig neue Erkenntnisse auch zu den altbekannten Werken.

Nach Malern unterteilt geht jeder der Werkschauen von Flämische Meister des Barock ein Kurzportrait des jeweiligen Malers voraus. Auf den nachfolgenden Seiten werden dessen wichtigsten Werke erläutert, den Gesamtaufnahmen dabei zum Teil Details gegenübergestellt. Die Gemälde werden in den sie beschreibenden, ausführlichen Begleittexten in zeitgeschichtlichen Kontext gestellt, Bezüge zu Gemälden, Arbeitsweisen und Zeitabläufen von Malerkollegen werden aufgezeigt. Die Texte sind auch für Laien verständlich geschrieben, die Qualität der Abbildungen ist hervorragend. Die teilweise etwas kurz geratenen Bilderklärungen hätten gerne umfangreicher sein dürfen, vielleicht war den Ausführenden nicht bewusst, dass Laien mit der Symbolsprache meisterlicher Gemälde zu wenig vertraut sind und gerade diese Infos ausschlaggebendes Argument zum Kauf oder Nichtkauf einer Dokumentation sein können.

Der exakten zeitlichen Zuordnung wurde dagegen übermäßig viel Wichtigkeit eingestanden. Dies mag für Fachleute oft das entscheidende Quäntchen an Information sein, der interessierte Laie dürfte mehr an dem Bild selbst interessiert sein als an dem genauen Entstehungsdatum. Vielleicht erklärt sich dadurch auch der sagenhaft günstige Preis* für ein erst 2002 erschienenes Werk. Zur Vor- oder Nachbereitung eines Besuchs in der Alten Pinakothek oder auch in Schloss Neuburg zur Dauerausstellung ‚Flämische Barockmalerei in der Staatsgalerie Neuburg’, einer Filialgalerie der Alten Pinakothek, dürfte dieses Buch jedoch in jedem Fall ein Gewinn sein.

*Klicken Sie auf den Bestellbutton oben und halten nach einem der Restexemplare Ausschau, die zum Jahresbeginn bei Preisen von zwei bis vier Euro lagen. Ein Sonderangebot der Extraklasse.

| spk, 089VERLAG

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