Creative Display

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Geraldine James, Cico Books London NY, 225 Seiten, Format24 cm x 15,5 cm

Inspiring ideas to make every surface beautiful…  Die Ausstellungsvitrine war gestern. Geraldine James zeigt neue, durchaus spannende Möglichkeiten Gesammeltes und Dekoratives zu präsentieren. Ganz ohne Distanz, inmitten von Wohnräumen und manchmal, für uns übrigens zusammen mit ‚Upcycling‘ das stärkste Kapitel, in Arbeitsräume integriert. Natürlich berichtet sie in ‚Workspaces‘ nicht von ganz gewöhnlichen Büros & Schreibtischen, sondern hat insgesamt Menschen im Visier, die aus dem kreativen Umfeld stammen und ihre Leidenschaft für Dekoratives auch beruflich ausleben.

Das Entrée ins Buch

Als Einkaufs-Managerin im Kaufhaus Selfridges ist sie mit der Präsentation von Objekten bestens vertraut und zeigt ihr dekoratives Können mit Creative Display auch in Buchform. Shabby Chic und Antik-Freunde kommen auf ihre Kosten, leidenschaftliche Sammler sowieso. Liebhaber moderner Einrichtungen dagegen tun sich schwer, dabei wären mehr Arrangements dieses Genres sicherlich ein ruhiger Gegenpol gewesen, der dem Buch in seiner Gesamtheit nicht geschadet hätte.

Rachel Ashwell machte es der Autorin leicht…
Wunderschönes Objekt, aber das Arrangement etwas sehr banal
Wandgestaltung gehört nach wie vor zu den Stärken Geraldine James

Schöne Details wie die plastische Schrift auf dem Titel, die wirkt wie mit Tippex aufgetragen, machen Lust und sind als haptische Einführung besser als jeder Klappentext. Dazu zeigen sich schon die Vorseiten als optische Offenbarung und wirken als sei Geraldine James bei Claire Basler im Atelier zu Besuch gewesen. Tatsächlich aber handelt es sich um die Pariser Künstlerin Laurence Amélie, deren dekorative, florale Gemälde im Buch immer wieder zu sehen sind.

Magische Momente entstehen wenn James ein einfaches Laken auf einen Tisch wirft, eine weiße Suppenterrine mit weißen Kerzen gruppiert oder den Inhalt einer Wunderkammer mit Kristallkugel in Vogelnest, Tierschädel, antiken Büchern und Rabe neben einen Spiegel von 1920 platziert – letzterer übrigens ein wahres Schmuckstück und der Rahmen dicht an dicht zusammengesetzt aus Vintage-Strass-Schmuckstücken. Alte Ohrhänger, Colliers, Broschen und andere Erbstücke sowie Geschenke von Freunden fügte die Bewohnerin so zu einem neuen dekorativen Wohnaccessoire zusammen. Es sind Einblicke wie diese, die den Reiz des Buches ausmachen und von der Autorin sorgsam erläutert und begleitet werden.

Die Fotos rund um Werke und Atelier von Laurence Amélie gehören zu den aussagekräftigsten Seiten im Buch

Ein schönes Buch und trotzdem bleibt ein kleiner Nachgeschmack. Im Vergleich zu dem grafisch genauso aufgemachten ‚Creative Walls‘ schneidet der Nachfolger ‚Creative Display‚ schlechter ab – während letzteres auch Jahre nach Erscheinen noch Begeisterung auslöst. Zu viele der Fotos sind nicht wirklich konzipiert für ‚Creative Display‘, sondern per Ausschnitt herausgelöst aus bestehenden Interioraufnahmen. Das merkt man den unruhigen, zu kleinteiligen Seitenkompositionen leider an. Ein eigens konzipiertes Stillife hat nun einmal einen ruhigeren Aufbau, klingt zu den Seiten anders aus, als eine aus dem Kontext geschnittene Zusammenstellung. Eine Ausnahme bilden die Arrangements um die gefeaturedte Malerin Laurence Amélie, sie wirken wie eigens für dieses Buch fotografiert und zeigen die vertanen Chancen um so schmerzlicher auf.

Für wen… Für neugierige Kunst- und Antiquitätensammler, für Deko-Fans im Kontext Shabby Chic & Vintage. Für alle die es schätzen mit Liebgewonnenem zu leben statt es irgendwo zu verstauen. Für Ideensammler die Inspirationen suchen und sich z.B. aus Zeitschriftenstapeln, einer alten Werkbank und Ähnlichem einen Tisch gestalten wollen.

| spk, 089VERLAG

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