Kakteen und Palmen im Gewächshaus

Die Glashäuser im Botanischen Garten München-Nymhenburg

Kurz bevor sich der Winter nicht mehr aushalten lässt... locken die Gewächshäuser des Botanischen Garten in Nymphenburg mit ihrer Illusion eines immerwährenden Sommers. Besinnlicher Rückzugsort für die einen, aufregende Inspiration für die anderen. Fotografen suchen nach Motiven, Familien mit Kindern nach Schmetterling und Fisch, Pflanzenliebhaber nach Anregung. Auch wenn die Glashäuser nur einen Bruchteil des Botanischen Gartens in Nymphenburg ausmachen, so sind sie doch immer einer der Hauptanziehungspunkte der Anlage.

Blick in das Mexico-Haus mit Kakteen und Sukkulenten

Aufrecht in den Himmel wachsende Kakteen neben kriechenden Liliacea-Exemplaren

Ein langgestreckter Mittelgang – unterteilt in drei Hallen mit unterschiedlichen Vegetationszonen – wird flankiert von zwölf weiteren Gewächshäusern, deren Stirnseite jeweils mit einer der Haupthallen verbunden und nur durch eine Klappflügeltür getrennt ist. Die Haupthallen beherbergen das Grosse Kakteenhaus, das Palmenhaus und das Afrika- und Madagaskarhaus. Die dazu waagerecht angeordneten Gewächshäuser haben sich dem jeweils namengebenden Thema verschrieben: Orchideenhaus, Tropische Nutzpflanzen, Victoriahaus, Mediterrane Floren, das Wasserpflanzenhaus mit Mangroven,  die Wüstenpflanzen-Halle, das Mexikohaus, Bromelien und Araceen, Cycadeen, Baumfarne & Karnivoren, sowie das Kalthaus mit Kamelien, Azaleen & Fuchsien und der Geweihfarnpavillon.

Bizarre Wüstenbewohner im Baströckchen

Alljährlich von Mitte Dezember bis etwa Mitte März ist das Wasserpflanzenhaus mit den frei fliegenden tropischen Schmetterlingen Magnet für Jung & Alt. Die Falter lassen sich dort in den verschiedenen Verpuppungsstadien betrachten. Von noch gänzlich geschlossenen Kokons, die von den Mitarbeitern mit kleinen Nägeln an ausgewählte Baumstämme gepinnt werden, über ruhig verharrende, gerade geschlüpfte Jungfalter, die warten müssen bis ihre Flügel getrocknet sind, bis zu den Neonseglerfaltern, die sich in ihrem freien Flug von Besuchern nicht stören lassen.

Baumfarne und fleischfressende Pflanzen im tropischen Klima

Urwald-Feeling

Überwältigender Ginsterduft im Victoria-Haus

Das satte Grün der tropischen Bereiche bildet einen wirkungsvollen Kontrast zu dem verhaltenen Graugrün der Kakteen und Sukkulenten. Auch wenn die vegetative Üppigkeit der Baumfarne und fleischfressenden Pflanzen geradezu nach oberflächlicher Begeisterung ruft – es ist die karge Schönheit der Wüstenpflanzen die nachhaltig in Erinnerung bleibt. Bizarre Beauties, wirkungsvoll gebettet in Sand- und Schottergestein, integriert in felsige Wüstenlandschaften. Imposant schieben sich übermannshohe Kakteen dem Glasdach entgegen, entwickeln Opuntien Stämme, die unseren einheimischen Bäumen entsprechen. Beeindruckend die vielen Gesichter der fremden Geschöpfe: Mal dicht behaart mit weißem Flaum, mit wehrhaftem Stachel versehen oder moosartig gewachsen als Polsterkissen. Die fleischigen Blätter der Agaven treffen auf kleinblättrige groß gewachsene Strauchpflanzen – die Vielfalt ist grenzenlos. Manche der Stachelpflanzen kriechen am Boden entlang, andere wachsen baum- oder strauchähnlich. Manche vermeinen wir zu erkennen, erinnern sie an die auch in Europa wachsenden Palm- und Fackellilien. Andere, wie den Kapernstrauch, kennen wir nur durch ihre eingelegten Früchte.

Das Mexikohaus mit Agavengewächsen

Opuntia robusta, der gewöhnliche Feigenkaktus im Hintergrund

Im Außengelände begegnen Hamamelis, Ranunkelstrauch und Kornelkirsche Frost und Schneefall mit glühenden Farben. Vom intensiven Orange über terracottafarbenes dunkles Rot sowie zartem Rosè reicht die Farbpalette der ersten frühblühenden Sträucher, bieten den Gewächshauspflanzen Paroli und machen Lust auf den heimischen Sommer...

| spk, 089VERLAG

Zusatzinfo & Öffnungszeiten: Botanischer Garten München-Nymphenburg, Menzinger Str. 65, 80638 München. Geöffnet Jan/Nov/Dez 9–16 Uhr, Feb/Mrz/Okt 9 – 17 Uhr, Aprl/Sept 9 – 18 Uhr, Mai/Jun/Jul/Aug 9 – 19 Uhr. Die Glashäuser schließen eine halbe Stunde früher. Eintritt: € 4,50 Tageskarte

Im Sommer 2018 werden die Gewächshäuser renoviert und sind daher erst ab Herbst wieder begehbar. Bitte einplanen...